Depression

Eine der häufigsten und gravierendsten Störungen des seelischen Wohlbefindens ist die Depression. Unter Depression wird eine deutliche Herabgestimmtheit des Betroffenen verstanden, die nicht erkennbar durch äußere Ereignisse oder Lebensumstände verursacht worden sein kann.
Oft wird von Betroffenen zunächst versucht, die Erkrankung Depression irgendwie zu ignorieren oder zu überspielen, denn gedrückte Stimmung und herabgezogene Mundwinkel werden allgemein von der Umwelt nicht gern gesehen. Dann heißt es schnell, der Kollege – die Kollegin ist unfreundlich, immer missmutig oder in der Familie und bei Freuden verschlossen, gleichgültig und gefühllos.
Dabei ist die Depression eine Erkrankung, die mit guter Aussicht auf Linderung oder Heilung psychotherapeutisch behandelt werden kann.
Wenn die depressive Stimmung die allgemeine Lebensqualität erheblich beeinträchtigt, ist es das Beste, so schnell wie möglich qualifizierte Hilfe durch einen Heilpraktiker für Psychotherapie, einen ärztlichen Psychotherapeuten oder psychologischen Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen.
Bei mittelgradigen und vor allem bei schweren Depressionen ist eine pharmakologische Begleittherapie durch einen ärztlichen Psychotherapeuten sinnvoll und geboten. Die pharmakologische Begleittherapie lindert Symptome und schafft oft erst die Voraussetzung für die Behandlung der tieferen psychischen Ursachen.

Wichtige Anzeichen einer Depression sind:

  • deutlicher Interesseverlust
  • niedergedrückte Stimmung ohne äußere Veranlassung
  • verminderter Antrieb oder erhöhte Ermüdbarkeit.

dazu kommen je nach Ausprägung und Schweregrad zusätzlich Syptome wie:

  • Verlust des Selbstvertrauens
  • unbegründete Selbstvorwürfe
  • Gedanken an Suizid
  • Nachlassende Konzentration
  • Schlafstörungen
  • Appetitverlust oder gesteigerterAppetit
    (vollständige Syptomatik siehe ICD F32 F33 F34)

Häufig äußert sich eine Depression auch indirekt durch körperliche Symptome wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle,  Atembeschwerden, Herzbeschwerden, Magen-Darm-Beschwerden oder Unterleibsbeschwerden. Diese Form der Depression wird oft als „larvierte“ also als „verborgene“ Depression bezeichnet.
Man schätzt z.B., daß bis zu 80 % der Rückenschmerzen seelisch verursacht sind.
Es ist seltsam, daß viele Menschen den Gedanken weit von sich weisen, an einer psychischen Erkrankung zu leiden. Dabei wird einfach ignoriert, daß körperliche und psychische Erkrankungen sehr oft eng miteinander verbunden sind und psychische Erkrankungen etwa genau so häufig auftreten wie körperliche Erkrankungen.

Das ist doch irgendwie merkwürdig:
Es ist kein Problem, über den Gartenzaun hinweg dem Nachbarn ein paar Tage Ruhe oder einen Besuch beim Arzt zu raten, weil er erkennbar erkältet ist. Aber leider ist es beinahe tabu, dem selben Nachbarn einen Besuch in einer psychotherapeutischen Praxis zu raten, weil er erkennbar und seit längerer Zeit sehr niedergedrückt ist oder an unerklärlichen körperlichen Beschwerden leidet.

Vorsicht!
Manche Betroffene greifen bei Depressionen (wie auch bei  anderen psychischen Leiden) zu äußerst schädlicher Selbstmedikation wie Alkohol, Tabak, Aufputschmittel oder Beruhigungsmittel mit dem zusätzlichen Risiko der Abhängigkeit. Damit werden die psychischen  Schwierigkeiten auf Kosten der allgemeinen Gesundheit aber nur notdürftig überdeckt oder kurzzeitig betäubt.

Besser und hilfreicher ist es, nicht zu lange zu warten und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.